Ein Buch zu schreiben ist ein langer Prozess. So viel steht fest — als ich im Mai 2025 meinen fertigen ersten Entwurf in den Händen halte, weiß ich das mit jeder Faser. Nach jahrelangem Schreiben, Knobeln und Überlegen habe ich es endlich geschafft. Doch das ist nur der Beginn der Reise — das Fundament.

Der Anfang: Ein Wolf, ein Wald, ein Abend

Die erste Seite meines Romans ist auf lustige Weise entstanden: Mein damals 12-jähriges Ich suchte schon lange nach der Idee. Meine Notizbücher waren prall gefüllt mit den unterschiedlichsten Charakteren und Geschichten — doch nichts schien gut genug. Dann, eines Abends, schwebte mir plötzlich dieses Bild vor Augen: ein junger Wolf, ein mysteriöser Wald und eine Atmosphäre, die ich selbst kaum greifen konnte. Also setzte ich mich rasch an den Rechner und begann zu tippen.

Langsam füllte sich die Seite. Und am Ende war ich selbst überrascht, was ich da geschrieben hatte. Ohne Plan hatte ich einfach drauflos geschrieben — und damit den Beginn meiner jetzigen Geschichte verfasst. Unglaublich.

Eine Welt wächst

In den nächsten Wochen machte ich mich daran, die bereits vorhandenen Figuren auszuarbeiten und neue zu ergänzen. Nach und nach entstand meine Welt. Szenenweise schrieb ich weiter — ohne Plan, aber mit immer mehr Ideen. Dabei stieß ich natürlich auch auf Plotlücken und andere Hindernisse, die es zu lösen galt. An manchen Tagen starrte ich auf den Bildschirm und grübelte. Da standen meine Figuren auf einem offenen Feld und hatten kein Ziel. Doch wie sollte es weitergehen? Was wollten sie überhaupt?

Höhen, Tiefen und der blinkende Cursor

Teilweise schrieb ich täglich tausend Wörter. Doch genauso gab es Monate, in denen es mir schwerfiel, überhaupt den Laptop aufzuklappen. Wie so oft nach der Schule saß ich an meinem Schreibtisch. Warmes Licht fiel durchs Fenster, während ich auf den blinkenden Cursor starrte. Kritisch überflog ich jede Zeile und hinterfragte alles.

Aber am Ende kehrte ich immer zurück. Das Schreiben wurde Teil meines Lebens — mein Safe Place, meine Therapie. Mein Zuhause.

Zieleinlauf

Lange Rede, kurzer Sinn: Nach guten zwei Jahren tippte ich stolz die letzten Worte meines Entwurfs. Und in diesem Moment wurde mir klar: Das war erst der Anfang.

Kein Traum ist zu groß — man muss nur den Mut haben, seine Gedanken und Ideen aufzuschreiben.

In diesen zwei Jahren habe ich nicht nur eine Geschichte geschrieben, sondern auch unglaublich viel gelernt. Über meine Figuren, über Geschichten, aber auch über mich selbst. Ich habe gelernt, dass man nicht aufgeben darf, auch wenn eine Szene nicht funktioniert. Und dass ein Buch nicht an einem Wochenende entsteht, sondern in ganz vielen kleinen Schritten. Es sind diese Schritte, diese vielen kleinen Momente, aus denen nach und nach etwas Magisches entstehen kann.

Was jetzt kommt

Jetzt steht die Überarbeitung an. Der Plot muss geordnet werden, die Dramaturgie optimiert. Figuren brauchen eine klare Motivation, und leider muss ich auch einiges streichen. Aber das ist eben alles ein Teil der wunderbaren Reise zum eigenen Buch. Und ich hoffe ganz fest, dass ich dieses Buch eines Tages wirklich gedruckt in den Händen halten kann.

— Lovis